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Solarenergie und Holzheizung - Eine Alternative!

Biebertal. Ein Heizungskonzept frei von Schadstoffen! Die meiste Zeit des Jahres liefert eine groß dimensionierte Solaranlage Wärme für Brauchwasser und Heizung. Nur im Winter, wenn die Energie der niedrig stehenden Sonne den erhöhten Heizenergiebedarf nicht mehr deckt, muß die Holzfeuerung in Betrieb gehen.

Thermische Solaranlagen sind inzwischen so preiswert, daß eine Warmwasserversorung über Solarthermie für jeden Haushalt lohnend erscheint. Dabei ist gerade die Brauchwasserversorgung von besonderem Interesse. Warmwasser wird von sehr niedrigen auf sehr hohe Temperaturen geheizt um anschließen direkt durch den Abfluß das Haus zu verlassen. Hierfür ist ein erheblicher Energiebedarf erforderlich. In vielen Haushalten muß die Heizung eigens wegen der Brauchwasserbereitung den Sommer in Betrieb bleiben. Eine Solaranlage schafft hier Abhilfe. Geht eine Solaranlage in Betrieb, so wird man mit Warmwasser bis zu 90°C zum Nulltarif belohnt. Sie arbeitet entgegen der weit verbreiteten Meinung auch im Winter, denn wichtig ist nicht die Umgebungstemperatur sondern die eintreffende Strahlungsenergie. Mit nur relativ kleinen Solaranlagen, 4m2 Fläche, ist für ein Einfamilienhaus bereits die Warmwasserversorgung zu realisieren. Solche Anlagen sind schnell montierbar und in die Warmwasserversorgung des Hauses zu integrieren.

Die Anlage der Hauptstraße 53 in Biebertal geht noch weiter, im Sommer sowie in der Übergangszeit wird das Haus durch eine 14m2 -Solaranlage der Firma Solarprojekt in Weingarten mit Energie für Brauchwasser und Heizung versorgt. Durch die spezielle Beschichtung der Kollektoren wird gegenüber normalen Flachkollektoren ein höherer Wirkungsgrad erzielt. Im Winter übernimmt ein an den Solarspeicher angeschlossener Kachelofen die Versorgung des Hauses. Die Wirkung des Kachelofens hat sich durch die Integration in das Heizsystem verbessert, da die anfallende Wärme sich nun mit Hilfe der Zentralheizung, der Warmluftzüge sowie der Strahlung des Ofens optimal im Haus verteilen läßt. Doch auch wenn die Hauptenergieversorgung im Winter durch den Kachelofen übernommen wird ist die Solaranlage nicht untätig. Sie erzielt immer noch eine deutliche Temperaturanhebung des Solarspeichers, diese Wärmeausbeute reduziert den Feuerholzbedarf deutlich. An schönen aber kalten Wintertagen sieht man Kachelofenkreis und Solarkreis gleichzeitig arbeiten, dabei wird der Kachelofen auf niedrigem Niveau gefahren nur um ein abendliches Anfeuern zu vermeiden. Durch die Kombination aus Solaranlage und Holzheizung ist eine CO2-neutrale Befeuerung des Hauses erreicht. Denn Holz verbraucht während seiner Wachstumsphase das bei der Verbrennung freigesetzte Kohlendioxid. Schwefelwasserstoffe, wie bei der Verbrennung von Öl, fallen bei einer Holzfeuerung nicht an! Beläßt man das Holz im Wald so entsteht bei dem natürlichen Zerfall ebenfalls Kohlendioxid. Die Verbrennung in der heimischen Feuerung ist somit als neutral anzusehen.

Die Versorgung mit Brennholz ist, aufgrund der Holzwirtschaft gesichert. Durch die erforderlichen Ausforstungen fällt ausreichend Brennholz an. Dieses kann zur Selbstabfuhr, zu günstigen Preisen, beim Förster erworben werden. Das frische Feuerholz sollte mindestens zwei Jahre gelagert werden bevor es im Ofen verfeuert wird.

Das Konzept wurde von dem Hausherrn, Thorsten Hofmann, in Zusammenarbeit mit der Firma Energie- und Haustechnik Hüchel, in Hüttenberg, entwickelt und realisiert. Dabei waren insbesondere Oliver Hüchels Erfahrung auf den Gebieten Solartechnik, Heizungsbau sowie Sanitär wichtig. Denn zu dem Gesamtkonzept der Anlage gehörte auch die Auslegung und der Einbau der Brauchwasserversorgung und des Heizungskreises. Bei der Planung des Heizungskreises mußte auf die speziellen Voraussetzungen dieser Anlage Rücksicht genommen werden, zu nennen ist hier die schwankende Speichertemperatur und die daraus resultierende niedrige Vorlauftemperatur des Heizkreises.

Da sich die beschriebene Anlage bei Eigenleistung, Brennholz, mit jährlichen Heizkosten von ca. 200 DM betreiben läßt, ist sie auch wirtschaftlich sehr interessant. Die gute Förderleistungen der Gemeinde Biebertal sowie die Förderung des Landes Hessen lassen Solaranlagen besonders wirtschaftlich erscheinen auch wenn sie mit Öl- oder Gasheizung kombiniert werden.


Ein Nachteil der Beschriebenen Anlage ist der manuelle Betrieb, daß Feuerholz muß regelmäßig nachgelegt werden und der Nachtbetrieb muß geplant werden.

Sind diese Einschränkungen unerwünscht, so gibt es heute die Möglichkeit mit Holzpellets zu feuern. Sie werden aus naturbelassenen Spänen zu zylindrischen Stäbchen von 6 und 9 mm Durchmesser gepreßt, dabei kommen keine Zusätze zum Einsatz. Brenner für Holzpellets brennen aufgrund des geringen Feuchtigkeits- und Aschegehaltes der Pellets außerordentlich sauber und produzieren wenig Asche. Holzvergaserkessel erlauben ebenfalls eine Befeuerung mit geringem Aufwand und erzielen gute Wirkungsgrade.

Die bei alle Holzbrennern entstehende Asche kann leicht entsorgt werden. Sie läßt sich im Garten als Dünger verwenden oder im Hausmüll entsorgen.

Für weitere Informationen steht Thorsten Hofmann (Tel. 06409/804554) gerne zur Verfügung.



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Copyright © 1999 Ingenieurbüro Hofmann
31. Januar 1999